EinstellungsSache – Jobs für Eltern

Pressemitteilung vom 03.09.2013

Gemeinsam lässt sich bekanntlich mehr bewirken! Am ersten bundesweiten Aktionstag „Einstellungssache – Jobs für Eltern“ beteiligte sich auch das Jobcenter Lübeck und der gemeinsam mit der Arbeitsagentur betriebene Arbeitgeberservice und warb für den beruflichen Neustart von Eltern.

1.686 Lübecker Kinder sind in diesem Sommer eingeschult worden. Für sie begann damit ein ganz neuer und wichtiger Lebensabschnitt. Für Eltern, deren Kinder gerade eingeschult wurden, eröffnen sich dadurch Möglichkeiten für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Auch für Unternehmen stehen diese bisher ungenutzten Potentiale zur Verfügung.
Den „Startschuss“ des Schulanfangs nutzte das Jobcenter Lübeck für gezielte Aktionen, um für die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Eltern aus der Grundsicherung zu werben. Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck weiß wie wichtig solche Aktionen sind: „Eine gute Schulbildung legt den Grundstein für die berufliche Zukunft der Kinder. Kinder brauchen gute Vorbilder, die ihnen vermitteln, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören. Es ist mir wichtig, dass Ihre Eltern eine berufliche Perspektive haben.“

Eltern stellen in Lübeck ein erhebliches Arbeitskräftepotential dar. In der Stadt gibt es 4.913 Eltern, die mit Unterstützung des Jobcenters eine neue Beschäftigung suchen. Verglichen mit anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern haben sie häufig eine gleich- oder auch höherwertige Qualifikation und verfügen durch ihre Lebenssituation über besondere Kompetenzen, wie gutes Organisationstalent oder ausgeprägte Eigenständigkeit.

Arbeitgebern wurden durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Jobcenter und Agentur für Arbeit ausgewählte Bewerberprofile von Müttern und Vätern vorgestellt. Darüber hinaus gab es eine Arbeitgeber-Mailing Aktion, bei der eine Vielzahl Lübecker Betriebe angeschrieben wurden. So wurden die Arbeitgeber darauf aufmerksam gemacht, dass viele Fachkräfte oft nur deshalb arbeitslos sind, weil Familie und Beruf nicht im zeitlichen Einklang stehen. Es wurde auf familiengerechte Beschäftigungsformen und Organisationsmöglichkeiten zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf hingewiesen. Dabei kann der steuer- und sozialversicherungsfreie Zuschuss zur Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern (§ 3 Nr. 33 EStG) für Unternehmen eine einfache und kostengünstige Möglichkeit sein, ihr Personal bei der Kinderbetreuung finanziell zu unterstützen.
Arbeitgeber können die Kinderbetreuung ihrer Beschäftigten aber auch finanziell unterstützen, wenn diese bereits im schulpflichtigen Alter sind. In diesem Fall ist der Zuschuss zwar steuer- und sozialversicherungspflichtig, der Arbeitgeber kann ihn aber in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen, ebenso die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge.

„Im Wettbewerb um Fachkräfte haben familienfreundliche Unternehmen die Nase vorn: Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich stärker an ihr Unternehmen gebunden. Sie sind leistungsbereiter und haben weniger Fehlzeiten. Und: Familienfreundlichkeit spricht sich herum. Betriebe, die ihre familienfreundliche Unternehmensführung nach außen kommunizieren, haben bei der Anwerbung neuer Fachkräfte klare Vorteile“, stellt Joachim Tag fest.

Familienfreundlichkeit ist für eine Kindertageseinrichtung selbstverständlich. Frau Fiebelkorn, Einrichtungsleiterin der Kindertageseinrichtung „Der kleine MuKK“ (Musik und Kunstkindergarten in der Musik- und Kunstschule Lübeck) berichtet, dass für den beruflichen Wiedereinstieg von Eltern eine verlässliche Betreuung der Kinder von entscheidender Bedeutung ist. „Eltern, die die Rückkehr in den Beruf anstreben, können dies nur mit vollem Engagement und ganzem Herzen tun, wenn sie ihre Kinder in guten Händen wissen.“ Bei der Personalauswahl achtet sie daher auf qualifizierte Fachkräfte. In jeder Gruppe sind eine Erzieherin, eine sozialpädagogische Assistentin und wenn möglich auch ein/e Praktikant/in für die Kinder da.

Frau Nawin ist gelernte Erzieherin und hat drei Kinder. Nach ihrer Elternzeit möchte Sie schnell wieder zurück in ihren erlernten Beruf. Im Beratungsgespräch mit ihrer Arbeitsvermittlerin hörte Frau Nawin vom Aktionstag „Einstellungssache – Jobs für Eltern“. Frau Nawin war begeistert und stellte ihre Bewerbungsmappe zusammen, die an den gemeinsamen Arbeitgeberservice weitergeleitet wurde. Dieser organisierte dann einen Betriebsbesuch in der Kindertageseinrichtung „Der kleine MuKK“. Frau Fiebelkorn nahm die Bewerbungsunterlagen mit Interesse entgegen und freute sich über die aufgeschlossene und motivierte Bewerberin.

Arbeitgeber, die sich für einen beruflichen Neustart von Eltern stark machen möchten, können sich gern an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter Lübeck unter der gebührenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 wenden.

Frau Fiebelkorn (links), Einrichtungsleiterin der Kindertageseinrichtung „Der kleine MuKK“ im Bewerbungsgespräch mit Frau Nawin (rechts), gelernte Erzieherin.

Frau Fiebelkorn (links), Einrichtungsleiterin der Kindertageseinrichtung „Der kleine MuKK“ im Bewerbungsgespräch mit Frau Nawin (rechts), gelernte Erzieherin.

Zahlen, Daten und Fakten

Quelle:
Statistik der Agentur für Arbeit
Report für Kreise und kreisfreie Städte, Lübeck
Berichtsmonat April 2013

Bedarfsgemeinschaften nach Familientypen

Tabelle: Bedarfsgemeinschaften nach Familientypen

Anteil des jeweiligen BG-Typs in %

31 % der BGs = Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 18 Jahren
(4.913 BG mit Kindern unter 18 Jahren von insgesamt 15.642 Bedarfsgemeinschaften)

Diagramm: Anteil des jeweiligen BG-Typs in %