Beratung junger Erwachsener

Clearingstelle im Jobcenter Lübeck

Pressemitteilung vom 12.12.2013

Um den Zugang zu geeigneten Hilfs- und Bildungsangeboten anzubahnen und Problemlagen arbeitssuchender Jugendlicher und junger Erwachsener unter 25 Jahren differenzierter zu erkennen, wurde im Jobcenter Lübeck im August eine Clearingstelle als wegweisende Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene eingerichtet.

Insgesamt beziehen 3948 junge Erwachsene unter 25 Jahre Leistungen nach dem SGB II, darunter sind 793 arbeitslos. Fehlende schulische und berufliche Qualifikationen, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Probleme, Sucht- oder Schuldenprobleme: Diese und andere Vermittlungshemmnisse können eine erfolgreiche berufliche Eingliederung jungen Menschen erschweren. Neben den erkennbaren Schwierigkeiten erwächst der Eindruck, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren psychische Beeinträchtigungen haben.

Stellen die persönlichen Ansprechpartner oder Fallmanager im Rahmen ihrer Beratung fest, dass die Problemlagen der jungen Erwachsenen außergewöhnlich komplex sind und Auffälligkeiten für eine psychische Beeinträchtigung vorliegen, so können Sie direkt mit der Kundin bzw. dem Kunden persönlichen Kontakt zur Clearingstelle herstellen und vor Ort gleich bei einer Beratungsfachkraft mit fundierten psychiatrischen Kenntnissen einen Gesprächstermin anbieten.

„Der bloße Verweis an ärztliche Beratungseinrichtungen führt zu keinem Erfolg, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen dort in der Regel nicht an oder es fehlt die Einsicht, tatsächlich krank zu sein. Die Clearingstelle wurde direkt in unseren Räumlichkeiten im Geschäftsstellenbereich für die Beratung der unter 25 Jährigen eingerichtet. Durch den direkten, unmittelbaren und begleiteten Kontakt wird die Schwellenangst der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Beratungsstellen aufzusuchen, überwunden“, berichtet Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenter Lübeck.

In einem Aufnahmegespräch wird zunächst geklärt, ob der Verdacht einer psychischen Störung möglicherweise bestätigt werden kann und ob eine Betreuung durch die Clearingstelle sinnvoll und gewünscht wird. Das Beratungsangebot ist freiwillig. Die Clearingstelle wird personell von 2 Mitarbeiterinnen der Beratungseinrichtung integra gGmbH besetzt und durch die Possehl-Stiftung finanziert.

Die Mitarbeiterinnen der Clearingstelle arbeiten in der Regel in ca. 4 bis 6 Folgegesprächen heraus, welche Themen die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen mitbringen. Sie ergründen, inwiefern eine psychische Erkrankung den Zugang zu weiterführenden Maßnahmen bzw. dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt erschwert. Weiterhin wird ein Kontakt zu weiterhelfenden Institutionen, Ärzten und Behörden hergestellt. Wenn sich herausstellt, dass keine psychische Erkrankung die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme oder den Zugang zu einer Beschäftigung verhindert, erfolgt durch die Beraterinnen der Clearingstelle eine entsprechende Rückmeldung an die zuständige Mitarbeiterin bzw. den zuständigen Mitarbeiter des Jobcenters.

Angela Ulrich, Geschäftsführerin der integra gGmbH, nennt aktuelle Zahlen: „Seit August dieses Jahres haben bereits 76 junge Erwachsene unter 25 Jahren von dem Unterstützungsangebot Gebrauch gemacht und sich durch die Clearingstelle beraten lassen.“

„Es freut mich, dass das Angebot so gut angenommen wird. Es ist wichtig, dass die jungen Menschen einen Ort haben, wo sich jemand für ihre persönliche Geschichte interessiert und ihnen zuhört. Nur so können Probleme offen angesprochen und Hilfe gegeben werden“, ergänzt Renate Menken, Vorsitzende des Stiftungsvorstands der Possehl-Stiftung.

Joachim Tag und Renate Menken informieren sich über die Beratung von jungen Erwachsenen in der Clearingstelle bei Angela Sommerfeld und Monika Heins

Joachim Tag (v.l. Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck) und Renate Menken (Vorsitzende des Stiftungsvorstands der Possehl-Stiftung) informieren sich über die Beratung von jungen Erwachsenen in der Clearingstelle bei Angela Sommerfeld (Mitarbeiterin der Clearingstelle), Monika Heins (Mitarbeiterin der Clearingstelle) und Angela Ulrich (Geschäftsführerin der integra gGmbH).